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„Delve“ – das personalisierte Such- und Aktivitäten-Dashboard für den Arbeitsalltag

Intro:

Microsoft hat es tatsächlich gemacht, einen Code-Namen „Oslo“ für zwei Projekte in ihrer Geschichte zu verwenden. Das erste Projekt „Oslo“ im Jahr 2007/2008 drehte sich um eine neue Modellierungssprache „M“ und wurde eingestampft. Mehr Details zu diesem Projekt findet man hier in einem Microsoft Blog und die Gründe für den Stopp des Projekts hier in diesem Blog-Post.

Das zweite Projekt „Oslo“ wird von dem zugekauften Team der Firma FAST in Norvegen durchgeführt (wahrscheinlich deswegen die Wahl des Namens). Es dreht sich um eine neue Benutzerschnittstelle für die vernetzte Suche von Inhalten in Office365 (also SharePoint, Exchange, Yammer und Lync, OneDrive und des Video Portals) und wird in der Kundenkommunikation offiziell nun als „Delve“ bezeichnet. Es ist noch nicht verfügbar.

Was ist Delve?

Für den Benutzer bedeutet Delve kurz gesagt: Proaktive personalisierte Anzeige von relevanten arbeitsbezogenen Aktivitäten (eigener und derer meiner engsten Kollegen) und Suche in diesen Aktivitäten und verknüpften Inhalten, egal welcher technischen Herkunftsquelle.

Das Dashboard in der Browser-Ansicht

Das Dashboard in der Browser-Ansicht

Dazu bietet es ein Dashboard zur kartenbasierten Anzeige von Aktivitäten und eine Suchbox mit vordefinierten Suchanfragen wie:

  • Inhalte, die mir präsentiert wurden (Outlook Termine oder Lync)
  • Inhalte, die mit mir geteilt (Share) wurden
  • Inhalte, die von mir editiert wurden
  • Inhalte, die ich gelikt habe
  • Inhalte, die ich mir bereits angeschaut habe
  • Inhalte, die um mich herum entstanden sind und von anderen Personen oft gesehen wurden – also trendy sind

Diese vordefinierte Suchanfragen werden widerrum personalisiert, wenn der Benutzer einen Personennamen oder Stichgwörter eingibt. Also z.B.

  • Inhalte, die von „Kollege A“ mit mir geteilt wurden.
  • Inhalte, die im Netzwerk von „Kollege A“ trendy sind und sich um das Keyword „XYZ“ drehen
Die vordefinierten Suchabfragen in der Windows 8.1 App

Die vordefinierten Suchabfragen in der Windows 8.1 App

Also stark vereinfacht gesagt, ein Mix aus Flipboard, Yammer, Google und XING für die Arbeitswelt. Aus meiner Sicht ein bahnbrechendes Produktivitäts-Feature für Wissensarbeiter.

Dahinterliegend: Office Graph

Das dahinterliegende spannende Paradigma oder vielleicht auch die „Wunderwaffe“ heißt „Office Graph“. Hier wurde maschinenbasiertes Lernen implementiert. Jede Aktivität eines Benutzers in einem der o.g. Produkte generiert ein Signal , welches im Office Graph für 30 Tage fortlaufend gespeichert und ausgewertet wird.  Aus diesen personenbezogenen (privaten und öffentlichen) Signalen werden Beziehungen (zwischen Personen und ihren Signalen) und Metadaten Kontext gebildet. Natürliche Beziehungen zwischen Personen (Arbeitskollegen, Org-Hierarchie nach oben und nach unten) werden ebenfalls erkannt und gespeichert und damit für die Relevanz verwendet.

Das Netzwerk eines Kollegen in der öffentlichen Ansicht in der Windows 8.1 App

Das Netzwerk eines Kollegen in der öffentlichen Ansicht in der Windows 8.1 App

Nach 30 Tagen werden die Signale verworfen und damit ist es kein Tool für eine lebenslange Suche. Die Benutzerschnittstelle wird im Web für Office 365 Kunden noch in diesem Jahr zur Verfügung gestellt und ist auch für mobile Endgeräte optimiert. Weiterhin wird es auch eine Windows 8.1 App dafür geben.

Fazit: Für mich eines der spannendesten Produktivitäts-Features für den Unternehmenseinsatz in den nächsten Jahren!

Was kommt noch:

  • Unternehmensinterne Datensenken (IT-Systeme wie SAP, CRM, Jive, Confluence) liefern Signale an den Office Graph über API
  • Unternehmensexterne Inhalte-Lieferanten für benutzerbezogene Aktivitäten wie Twitter, Facebook können über eine API eigene Signale in den Office Graph senden.
  • Es wird neben der Oslo App weitere Office Client-Integration zum Office Graph geben
  • Vielleicht kommt es auch als Feature für onPremise Umgebungen (also alle Produkte im eigenen RZ installiert)

Was fehlt:

  • Was aus meiner Sicht noch fehlt, dass Signale vom eigenen Arbeits-PC mit aufgenommen werden, also Aktivitäten auf dem lokalen PC mit dortigen Daten

Weiterführende Links:

Kategorien:Office365 Schlagwörter: , ,
  1. 2. September 2014 um 13:09

    Toller Artikel. Ich bin gespannt, was die Betriebsräte zu diesem Thema sagen. So gesehen ist es eventuell gut, dass es noch die „Privatsphäre“ des eigenen Desktop gibt.

  1. 10. August 2016 um 10:59

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